Wer aber nicht an sich selbst arbeitet, an dem wird gearbeitet.
Wer dauernd Unüberhörbares überhört und Unübersehbares übersieht,
der darf sich nicht wundern, wenn ihm eines Tages Hören und Sehen vergehen.

Kurt Tepperwein

 

 

herr-schmidt   

Geliebt und unvergessen (Herr Schmidt)

Es war so viel mehr als Kummer und Schmerz,
als du über die Regenbogenbrücke gegangen bist.
Zurück blieb Sehnsucht und Einsamkeit,
denn ohne dich war plötzlich alles öd und leer.

Die Gewissheit, dass es dir,
mein geliebter treuer Freund, jetzt besser geht,
gibt mir die Kraft, an jedem neuen Tag,
meinen Weg ohne dich,
mit der ewigen Erinnerung im Herzen,
bis zum Wiedersehen weiter zu gehen.

In Liebe, dein Frauchen.

Gertrud Janßen-Albers (April 2010)

 
   

 

Miteinander - Füreinander?

Vielem sind wir hilflos ausgesetzt,
gefangen gar wie ein Insekt im Netz.
Niemand kann sich seinem Schicksal entziehen,
weder verleugnen noch davor entfliehen.

Drum reicht den Betroffenen eure wärmende Hand,
knüpft damit ein herzliches und verbindendes Band.
Teilt die Sorgen und helft wo ihr könnt,
so ist uns ein besseres Leben vergönnt.

Hinschauen statt Wegschauen heißt das Gebot,
dann kann man lindern so manche Not.
Gleichgültigkeit gepaart mit Arroganz,
sind wahrlich ein schlimmer Teufelstanz.

Gertrud Janßen-Albers

  butterfly
   

 

arzt  

Sprechstunden-Satire

Der Doktor jammert und klagt,
Finanznot ist es, die ihn plagt.
Mehrere Häuser nennt er sein eigen,
auch Nobelkarossen mag er leiden.

Mitleid kommt auf, wenn er mir sagt,
mein Budget wird knapp, bin ganz verzagt.
Muss sparen um jeden Preis,
es ist bitter für ihn, ich weiß.

Man glaubt fast er nagt am Hungertuch
und unternimmt gar nicht erst den Versuch,
sich verschreiben zu lassen das Medikament,
das die fürchterlichen Schmerzen hemmt.

Ach ihr armen Ärzte, ihr tut mir so leid,
gerne bin ich in Zukunft bereit,
euer Budget zu schonen, wo es nur geht,
auch wenn´s um die Gesundheit nicht gut steht.

Lieber gehe ich früher, denn ich weiß
ein langes Leben hat einen hohen Preis.
Zufriedene Ärzte braucht unser Land
trotz Reformen am laufenden Band.

W. Albers

   

 

Nebel

Ach, wie ist die Welt heut so klein,
suche vergeblich nach hellem Schein.
Möchte gern in die Weite schauen,
kann meinen Augen nicht mehr trauen.

Doch was ich sehe ist nicht viel,
ein grauer Vorhang ist im Spiel.
Ein Guckloch müsste man jetzt haben,
dann könnte man es gut ertragen.

Mir scheint mein Geist ist nebulös,
alles macht mich sehr nervös.
Übrig bleibt ein Hoffnungsschimmer,
für mich daheim in meinem Zimmer.

Mein Durchblick kehrt bestimmt zurück,
hat sich der Nebel erst einmal verdrückt.
Alles wird langsam wieder klar
ist die Sonne erst ein Mal wieder da.

Gertrud Janßen-Albers

 

nebel

   

 

Severe-weather

 

 

 

 

Sturm

Dumpfes, unheimliches Grollen liegt in der Luft,
welch dramatische und gewaltige Wucht.
Mein Herz so unruhig und verzagt,
die Angst mich quält und an mir nagt.

Ich sehe den sich stark biegenden Baum,
alles ist wie in einem unheimlichen Traum.
Man sieht wie er sich tapfer wehrt
und du mit allen Mitteln an ihm zerrst.

Du arbeitest mit Wucht und Macht,
er stemmt sich verzweifelt gegen deine Kraft.
Nur die Stärksten können überleben,
da sie dir sind überlegen.

Je mehr du gewinnst an Geschwindigkeit,
je größer wird unsere Hilflosigkeit.
Du scheinst dich hämisch zu erfreuen,
nichts wirst du jemals bereuen.

Deine Zerstörungswut ist unerträglich,
der Schaden oft unsäglich.
Die peitschende See bringt viele in Not,
gib endlich Ruh, du hast dich längst ausgetobt.

Zisch ab, werd schwach, hör auf zu wehen,
langsam muss auch dir die Puste ausgehen.
Lang hast du bewiesen deine wütende Kraft,
Freunde hast du dir nicht dadurch geschafft.

Stattdessen hast du eine Verwüstung hinterlassen,
darum werden wir dich alle fürchterlich hassen.
Komm ja nicht zurück, bleib wo du bist,
hier bei uns wirst du sicherlich nicht vermisst.

Gertrud Janßen-Albers

 

     

Mein Baum

Unzählige Jahre kenn ich dich bereits
auf Mutters Schoß bewunderte ich dich schon.
Etwas abseits, fast allein
ragst du stolz in den Himmel hinein.

Im Frühling erwachst du mit der Natur
treibst Knospen und Blüten hervor.
Überwältigst mich stets aufs Neue
mit deiner Schönheit aus hellgrünem Gezweig.

Den Sommer genießt du in vollen Zügen
erfreust dich an jedem Sonnenstrahl.
Spendest Schatten und Feuchtigkeit
vermittelst fröhliche Leichtigkeit.
 
Hält der Herbst dann Einzug in unser Land
verzauberst du uns alle insgesamt.
In deinem schimmernden rotgoldenem Gewand
ziehst du uns alle in deinen Bann.

Dem Winter zeigst du trotzig und kahl
deine mächtige eiskalte Schulter.
Kein Unwetter brachte dich je ins Schwanken
bist fest verwurzelt und fast zu beneiden.

Fühl ich mich klein und ausgebrannt
führt mich mein Weg stets zu dir.
Dein rauschender Wipfelgesang
berührt mein Herz ganz sanft.

Ganz leise schwingt es in meinem Ohr:
Habe Mut an trüben und grauen Tagen,
übe Geduld, im Frühling kehrt wie immer,
das Licht und die Wärme zu dir und mir zurück.

Gertrud Janßen-Albers

 

Linde klein

Linde im winter

     

 

 

 

GertrudTeddy

 

Erinnerung an Teddy
(auch liebevoll "Herr Schmidt" genannt)

Viel habe ich über dich geschrieben und geredet,
doch ein Gedicht bis heute nicht verfasst,
drum widme ich dir diese Zeilen
für die schöne Zeit mit dir:

Stets warst du an meiner Seite,
immer heiter und treu wie Gold.
Deine Menschenkenntnis war genial,
dein Gespür für mich so intensiv
wie es niemals jemand fühlte für mich.

Befand ich mich mal in Gefahr
laut bellend warst du da,
warst mein ständiger Beschützer
in all den vielen Jahren.

War ich mal krank und traurig zugleich,
schautest du mich fragend an,
als wolltest du mir sagen:
"Es gibt doch keinen Grund zum Klagen."

Deine Pfötchen auf meinem Arm
waren wie ein Wärmestrahl.
Gaben mir Mut und Zuversicht
und alles erschien im neuen Licht.

Ich weiß, dass es dir jetzt besser geht,
trotzdem fehlst du mir sehr, mein kleiner Held.
In unseren Herzen lebst du fröhlich weiter,
denn was man liebt, bleibt unvergessen.

Dein Frauchen

     

Geliebte Hundebande

Auffallend winzig, keck und frech
tapertest du süße Maya in unser Leben ein.
Mein Herz damals noch voller Trauer,
unser geliebter Vierbeiner Teddy
oder auch "Herr Schmidt" genannt,
hatte die Regenbogenbrücke überquert.

Du fegtest wie ein Wirbelwind,
neugierig durch alle Räume,
fülltest sie mit Lebensfreude.
Meine Tränen brachtest du zum Versiegen,
halfst mir den Schmerz zu besiegen.

Oft warst du krank an Welpentagen,
bereitetest mir sehr große Sorgen.
Von einer Sekunde zur anderen,
hattest du dir deinen Stammplatz
in meinem Herzen geschaffen.

Inzwischen schon drei Jahre jung,
zum Glück meist munter und gesund.
Nichts wünsche ich mir mehr auf dieser Welt
dass unser gemeinsames Leben noch lange hält.

An einem warmen Sommerabend
glaubtest du deinen Augen nicht mehr zu trauen.
Rabenschwarz mit glänzendem gelockten Fell
gesellte sich Momo zu uns mit laut fröhlichem Gebell.

Bei ihm war es Liebe auf den ersten Blick
fortan begleitete er dich auf Schritt und Tritt.
Ein Herz und eine Seele seid ihr geworden
keiner dem anderen je Schmerz zufügt.
Ach, was können wir Menschen
vieles von euch lernen.

Geht euer Temperament mit euch durch,
ihr meine Nerven arg strapaziert
muss ich euch zur Ordnung rufen.
Ist dann endlich Ruhe eingekehrt
denke ich mir still und leise:
„Wie einsam, öde und leer,
unser aller Leben wär
ohne euch geliebte Hundebande.“

Gertrud Janßen-Albers, 2007

 

 

 

 

momo-maya