Wort-Macht

                                Worte . . .
                                 zerbrechen Seelen
                                         manipulieren
                                         schmerzen Herzen
                                         schlagen Wunden
                                         zerstören
                                         verletzen
                                         lähmen
                                         rauben den Atem
                                         sind zu allem fähig
                                         können alles vernichten


Wort-Schatz

                                Worte . . .
                                 heilen
                                         öffnen Herzen
                                         lösen Tränen
                                         bringen Lebensfreude
                                         geben Selbstvertrauen
                                         lassen Eis schmelzen
                                         schaffen Frieden
                                         helfen gesunden
                                         können Wunder vollbringen
                                 
                                                                 
                   Nichts für ungut, es sind ja nur Worte - oder?
                               
                                Gertrud Janßen-Albers, 2007


 
 

 

 

 

10worte

     

nachdenkliches neid

 

 

 

 

Der Neid der Menschen zeigt an,
wie unglücklich sie sich fühlen,
und ihre beständige Aufmerksamkeit
auf fremdes Tun und Lassen,
wie sehr sie sich langweilen.

Arthur Schopenhauer

     

Er ist wieder da

Lange erwartet, endlich da
so als wär´s das erste Mal.
Dein Name "Frühling" verspricht sehr viel,
Sonnenlicht, Wärme und Farbenpracht.
Tulpen, Narzissen, Forsythien, zartes Grün
lassen unsere Herzen und Sinne aufblühn.

Vergessen sind die trüben Tage,
die dunklen, langen Nächte,
wie neugeboren fühlen wir uns alle.
Die Vöglein fliegen durch die Lüfte,
schaffen fleißig Moos und Stöckchen an,
bauen emsig ihr frisches neues Quartier.

Keine Eile sondern Weile
lange wurdest du erwartet,
jetzt gib uns Zeit dich zu genießen.
Im Reisegepäck hast du alljährlich
ein Geschenk für uns dabei:
Die Freude auf den Sommer heißt.

Gertrud Janßen-Albers, 2007

 

 

 

 

blumen

     

 

 

 

 

 

morgenrot klein

 

 

 

Nacht-Schatten

Minuten werden zu Stunden,
in dieser endlos langen Nacht.
Schaue auf die Uhr an der Wand
und mir wird bang, dass sich die Zeiger,
so scheint es mir, nicht weiter drehn.
Frage mich hundert Mal und mehr
geht denn diese lange gespenstige Nacht
mit ihren schwarzen Schatten niemals zu Ende?

Ungeduldiges Warten auf den neuen Tag
halten mich gefangen, zwischen Hoffen und Bangen.
Die Gedanken drehen sich im Kreise
lassen mich vergessen, dass viele Menschen
auch in dieser endlos langen Nacht wachen,
anstatt zu schlafen.

Zögernd begebe ich mich ins Freie,
atme taufrische Morgenluft ein,
sehe am Himmel endlich einen hellen Schein.
Schaue ungläubig in den noch
verschleierten Morgenhimmel
wie er sich sanft seinen Weg
durch die Dunkelheit bahnt.

Lausche dem einsetzenden Gesang der Vögel zu
in dieser noch nächtlichen Stille.
Die Morgenröte mit ihren traumhaften Farben
erhellt meine Seele und mein Gemüt.
Kann es kaum glauben, dass diese endlos lange Nacht
sich dem Ende neigt.

Die Freude auf den neugeborenen Tag
lässt alle Ängste und schwarzen Schatten
blitzschnell verblassen.
Ein neuer Tag, eine neue Hoffnung
wird in mir wach.
Sie ist vorbei, die scheinbar endlos lange Nacht,
mit ihren langen dunklen Schatten.


Gertrud Janßen-Albers, 2007

 

     

Damals

Damals in der frühen Jugendzeit,
wünschte ich mir wie jedes Kind, ein Poesie-Album.
Irgendwann an einem Geburtstag
lag es hübsch verpackt,
mit einem rosafarbenen Samtbändchen
von Mutter verziert, auf meinem Gabentisch.

Glücklich drückte ich es an mein Herz
und schwor fast einen Eid,
dass dieses Kleinod von meinem Album,
nie verloren geht.
Tränen der Freude liefen über mein Gesicht,
ich war im Besitz meines eigenen Poesie-Albums.

Gleich rannte ich los und fragte meine Freundin scheu:
"Schreibst du in mein Poesie-Album?"
Schnell füllten sich die Seiten mit herrlichen Bildern,
oft mit Glitzer und Glanz verziert.

Häufig war darin zu lesen:
"Mach es wie die Sonnenuhr,
zähl´ die heiteren Stunden nur."
Diese Worte prägten sich ein,
so einfach und doch so wahr.

Als meist unbeschwertes Kind
verstand ich längst nicht ihren Sinn.
Mein damals so wertvolles Büchlein verschwand
wie vieles im Laufe des Lebens
auf Nimmerwiedersehen.

Heute wünsche ich mir, es wäre noch da,
mein geliebtes Poesie-Album voller Erinnerungen.
Eines ist gewiß, fast ein jeder von uns kann
im Laufe seines Lebens viele heitere Stunden zählen.
Drum halt es wie die Sonnenuhr
die nur die heiteren Stunden zeigt und zählt.

Die Überraschung der längst
vergessenen, vergangenen Sonnenstunden
ist ein erneutes Geburtstagsgeschenk
für dich von: DAMALS!

Gertrud Janßen-Albers, 2007

 

 

 

 

 

Sonnenuhr klein

     

 

 

momo-maya

 

Ein treues Herz

Ein treues Herz, ein treuer Bllick,
das gibt es noch auf unserer großen Welt.
Denn auch im Leid, nicht nur im Glück
ein Wesen mit wedelnder Rute zu dir hält.

An Sonnen-, Regen- und stürmischen Tagen,
zu jeder Stund´
hält einer treu zu dir:
Dein Hund!

Ist dankbar für jedes kleine Glück,
und blickt dich mit hingebungsvoller Liebe an.
Er spricht zu dir mit seinem Blick,
da er der menschlichen Sprache nicht mächtig ist.

Erkenne diesen Wert weit, weit voraus,
denn alles hat seine Zeit.
Behandle deinen besten Freund immer gut,
denn wenn dein Hund einst von dir gehen muss,
wer hält dann die Treue dir?

Juli 2007

     

Ich wünsch‘ dir gute Besserung,
nicht nur dem Leib, auch deiner Seele.
Auch sie bedarf der Kräftigung,
selbst wenn du glaubst, daß das nicht zähle.


Von deinem Schmerz an Arm und Bein
im Lehrbuch viel geschrieben steht,
doch wenn sie tiefer sitzt, die Pein,
dann weißt nur du, worum es geht.

Es helfen dir dann kaum noch Tropfen,
und keine Salbe macht dich heil.
Es gilt, die Seele abzuklopfen
und ihr zu geben ihren Teil.

Der Krückstock wird fürs Bein gebraucht,
daß es an Kraft nicht fehle.
Doch ist die Seele erst verstaucht,
bedarf es starker Pfähle.

Ich wünsch‘ dir gute Besserung.
Es soll nun täglich aufwärtsgehn.
Kommt deine Seele erst in Schwung,
dann wird‘s dein. Körper überstehn.
Elli Michler

 

 

 

rasten 

     

 

 

Ganz schoen raffiniert klein

 

 

 

 

Unser Hund

von Hansjürgen Wölfinger

Unser Hund ist tot.
Er, der immer fidel und voller Kraft
durch die Zimmer rannte ist nicht mehr.
Er, der Freund aller Vier- und Zweibeiner,
der Dulder aller Katzen und Gefiedertem bellt nicht mehr.
Er, der Hund, Kenner der feinen Menschenseele -
jedoch der Sprache nicht gewandt - konnte genau
erkennen welche Laune angebracht.
Er der Freund, hatte immer ein Schwanzwedeln parat.
Ob es stürmte oder schneite, ob es heiß war oder
kalt, ihm war es einerlei - nur laufen, laufen, laufen.

Unser Hund ist tot.
Nun blickt er herab von seinem Hundehimmel.
Uns bleibt nur sein Bild und die Erinnerung an die
schönen Tage in all den Jahren.
Eines Tages werde auch ich meinen letzten Brief
schreiben müssen. Werde der Welt "Adieu" sagen
und meinem Hund "Guten Tag".

(aus meinem Buch "Meus Primus Opus")

     
Weh dem Menschen,
wenn nur ein einziges Tier im Weltgericht  sitzt.
Christian Morgenstern
  hundewelt